Der Dom - Wahrzeichen von Köln


Egal, von welcher Seite man auf die Stadt zufährt, was einem als erstes ins Auge fällt, ist der Kölner Dom. Er lockt Jahr für Jahr unzählige Besucher und Touristen an - in Amerika beispielsweise wird er einfach nur "The Church" (Die Kirche) genannt und es ist geradezu Ehrensache, bei einem Besuch in Old Germany "The Church" zu besuchen.
Der offizielle Name des Kölner Doms lautet "Hohe Domkirche St. Peter und Maria", sie ist die zweithöchste Kirche Deutschlands und die drittgrößte der Welt. Im Jahre 1996 nahm man sie ins Weltkulturerbe auf.

 

Der erste bekannte Kirchenbau an der Stelle des heutigen gotischen Doms war ein karolingischer Dom, der "Alte Dom". Ausgrabungen unter dem heutigen Dom besagen allerdings, dass das erste bescheidene Bethaus bereits viel früher dort stand, nämlich zu Zeiten der Kölner Christengemeinde, nachdem das Christentum als gleichberechtigte Religion anerkannt worden war. Dieser Bau muss also um 350 errichtet worden sein und wurde bis etwa zum Jahr 400 zu einer beachtlichen Anlage ausgebaut. Die Ausgrabungen weisen keine Mauern auf, man erkennt lediglich Schatten des 130 m langen und 30 m breiten Gebäudes. Die Kirche hatte noch einen Chor nach Westen sowie ein Atrium nach Osten. Daran anschließend ein beheiztes Wohngebäude und eine Taufkapelle. Endgültig bewiesen ist die Theorie der ersten christlichen Versammlungsstätte unter dem heutigen Dom noch nicht, jedoch liegt die Vermutung aufgrund neuester Erkenntnisse nahe.
Bis zum Jahr 600 wandelte sich die Kirche unter Bischof Clarentinus zu einem richtigen Dom. Unter Einbeziehung des Atriums entstand eine doppelchorige Anlage, an deren Ostseite sich eine Kanzel befunden haben muss, die vom Chorraum her über einen Laufsteg zu erreichen war. 
Der spätere Erzbischof von Köln, Hildebold baute um 800 herum den Dom weiter aus, er fügte einen gewaltigen Westchor an, der von einem ringförmigen Säulengang umschlossen war. Diese prächtige Anlage brannte allerdings 50 Jahre später bis auf die Grundmauern nieder.
Nun gingen die Kölner daran, sich eine neue Kathedrale zu schaffen - es entstand der bereits erwähnte Karolingische Dom. Er war in Form eines Langhauses gebaut, das an den Enden von Querhäusern begrenzt wurde. Zwei Choranlagen, von denen eine Richtung Osten der Gottesmutter geweiht war und die andere Richtung Westen dem heiligen Petrus. Ein fünfundneunzig Meter langer Dom mit zwölf Meter breitem Langhaus, hohen Türmen über den Vierungen sowie zwei weiteren Türmen im Westen und ein etwa hundert Meter langes Atrium gaben der Kathedrale ein imposantes Erscheinungsbild. Etwa um das Jahr 870 herum war der Bau vollendet, die Weihung fand 873 durch Erzbischof Willibert statt, der das neue Gotteshaus dem heiligen Petrus widmete.
In den Folgejahren wurde der Alte Dom fortwährend erweitert - so baute Erzbischof Heribert eine Pfalzkapelle an den südlichen Ostchor und Erzbischof Anno II. errichtete die Stiftskirche St. Maria ad Gradus, die sich direkt an den Osten des Doms fügte, verbunden durch einen langen Säulengang. Erzbischof Reinald von Dassel schließlich erweiterte die Zahl der Türme um zwei weitere am Ostchor, diese wurden mit Kuppeldächern versehen. Nachdem er im Jahre 1164 die Reliquien der Heiligen Drei Könige nach Köln gebracht hatte, stand nämlich zunächst nicht der Bau eines neuen Doms an, viel wichtiger war die Schaffung eines angemessenen Schreins für die überbrachten Reliquien.

 Erst später wurde der Alte Dom zu einer der bedeutendsten Wallfahrtskirchen Europas und bedurfte einer anderen architektonischen Form. Der Alte Dom wurde nach und nach abgetragen, doch der Versuch, den Ostchor per Brandabbruch abzureißen, endete 1248 mit der vollständigen Zerstörung des Doms. Und das kam so: Am 30. April 1248 schickte sich Dombaumeister Gerhard von Rile an, den für diesen Tag geplanten Abriss des Ostchores durchzuführen. Dazu hatte man, wie es zu dieser Zeit üblich war, Gänge bis unter die Fundamente gegraben und diese mit Holzstempeln abgestützt, bis das Gebäude praktisch nur noch von den Holzstempeln getragen wurde. Schließlich zündete man diese Stempel an und im Normalfall würden diese dann irgendwann zusammenbrechen und damit auch das Gebäude. An diesem Tag allerdings kam nach dem Entzünden der Reisigbündel und Zweige, die man zum Anfeuern aufgeschichtet hatte, ein starkes Gewitter auf und mit ihm, orkanartige Windböen. Da diese aus östlicher Richtung kamen, trieben sie die Flammen am Chor hoch und daran vorbei – dieser brach irgendwann zusammen und der Weg ins Langhaus der Kirche war frei für die gewaltige Feuerwalze, bis am Ende fast der gesamte Dom brannte. Es gelang Meister Gerhard mit seinen Männern gerade noch, in den Dom zu eilen und das alte Gerokreuz und einige andere Kostbarkeiten aus dem Dom zu retten – den Schrein mit den Gebeinen der Heiligen Drei Könige hatte man vorsorglich schon Tage vorher in Sicherheit gebracht.

Der Dom brannte bis auf die Seitenmauern und den Westchor nieder und ein am Boden zerstörter Gerhard war sicher, man würde ihn nun aus der Stadt und zum Teufel jagen. Dies war jedoch ein Trugschluss denn Erzbischof und Domkapitel interpretierten die Katastrophe auf ihre Art, nämlich so, dass der Herrgott den Sturm geschickt habe weil er eine ganz neue Kathedrale haben wolle. Man gab Gerhard keinerlei Schuld an dem Unglück und beauftragte ihn mit dem Bau einer neuen Kathedrale. 

Noch im selben Jahr, am 15. August, legte Erzbischof Konrad von Hochstaden nach Plänen des Baumeisters Gerhard den Grundstein für den Bau des neuen gotischen Doms. Der Chor wurde bereits 1320 fertiggestellt und 1322 geweiht. Durch die besondere Bauweise konnten im Chor bereits Messen gefeiert werden und man übertrug das Gero-Kreuz und den Schrein der Heiligen Drei Könige in den Neubau.
 



Ostseite - Chor
 

Bis zum Jahr 1530 wurden die Seitenschiffe des Langhauses sowie zwei Stockwerke des Südturmes errichtet, bevor das Interesse am Dombau schwand, was wohl auch am Geldmangel gelegen haben mag. Bis zum Einmarsch der Revolutionstruppen im Jahre 1794 in Köln, nutzte man den provisorisch mittels Notdach geschlossenen Dom weiter als Kirchenraum. Nach der Flucht des Erzbischofs diente der Dom dann beispielsweise als Lagerraum und wurde erst im Jahre 1801 wieder zum Gotteshaus geweiht.

       

                                           Südturm                                                 

Der Weiterbau konnte 1842 erfolgen, nachdem die Finanzierung hälftig aus preußischer Staatskasse und des zwischenzeitlich gegründeten Zentral-Dombau-Vereins gesichert war. Die Grundsteinlegung für den Weiterbau nahmen am 04. September König Friedrich Wilhelm IV. und Erzbischof Johannes von Geissel vor. Unter Zuhilfenahme modernster Bautechnik konnten schon 1864 die beiden Querhausfassaden sowie die Obergadenzone von Langhaus und Querschiff fertiggestellt werden. Des weiteren tauschte man den hölzernen Dachstuhl über dem Chor gegen eine fortschrittliche Eisenkonstruktion über dem Gesamtbau.


Nördliches Querhaus


Südliches Querhaus

 

Abschließend wurde im Jahre 1880 der Bau der Türme vollendet.


Westfassade


Türme

Die Höhe der Türme beträgt 157,31 m (Südturm) und 157,38 m (Nordturm)

Während des zweiten Weltkrieges wurde der Dom von 14 schweren Fliegerbomben getroffen, unter anderem stürzten einige Deckengewölbe des Langhauses ein. Brandbomben hingegen konnten keinen größeren Schaden anrichten, da diese von eigens zu diesem Zweck postierten Mitarbeitern sofort gelöscht wurden. Die letzte große "Kriegswunde" wurde erst im August 2005 beseitigt. Die Verkleidung der sog. "Domplombe" konnte nach zehnjähriger Arbeit vollendet werden, sodass die Fassade nun wieder einheitlich und in vollem Glanz erstrahlt. Der Bau dieser Domplombe begann im Jahre 1943, nachdem durch Bombeneinschlag in den nordwestlichen Strebepfeiler des Nordturms 80 cm³ Sandsteinquader aus dem Mauerwerk gerissen worden waren. Unter Zuhilfenahme von insgesamt 27.500 Ziegelsteinen fertigte man im Folgejahr eine Füllung dieser beträchtlichen Lücke, die wie eine Plombe fungierte, daher der Name "Domplombe".

 Umwelteinflüsse und Witterung erfordern indes fortlaufende Reparaturen um die Schädigungen am Mauerwerk und den Kunstwerken des Doms zu beheben. Alleine hierfür entstehen pro Jahr Kosten in Höhe von 6-7 Millionen Euro. Wenn man sich diese Summe vor Augen hält, wird deutlich, wie sehr der Dom den Menschen ans Herz gewachsen ist. Besondere Erwähnung sollte hier nochmals der Zentral-Dombau-Verein finden, durch dessen unermüdliche Arbeit die Vollendung des Doms vorangetrieben wurde. Mit Hilfe der 1864 eingeführten Dombaulotterie konnten die immensen Kosten für den Fertigbau der Türme in Höhe von insgesamt 1 Milliarde Euro (in heutiger Währung) zu zwei Dritteln beigebracht werden. Auch zu den laufenden Kosten steuert der Verein jährlich die Hälfte bei - ein überaus lobenswerter Einsatz, ohne den der Dom schwerlich für die Nachwelt erhalten werden könnte.


Hier gehts zum Zentral-Dombau-Verein

 


Nördliches Querhaus - links im Bild der Dachreiter.

 

Architektur

Von außen ist der Kölner Dom ein beeindruckendes Bauwerk, das jeden Besucher in seinen Bann ziehen muss. Betritt man den Dom, wird der Blick wie magisch nach oben gezogen in die Höhe und Weite, nach vorne Richtung Chor. Dies ist Ergebnis einer architektonischen Meisterleistung, einer Harmonie und einzigartigen Vollkommenheit in der Bauart, wie sie sonst in keiner anderen Kathedrale zu finden ist. Die gestalterischen Probleme des Kathedralenbaus, wie man sie in  Chartres, Reims und Amiens findet, wurden in Köln gelöst, es entstand eine absolut fehlerfreie und vollkommene Einheit, die ein Gefühl von Eleganz und Ordnung vermittelt.

Auffallendstes Merkmal der gotischen Kathedralen ist die konsequente Perfektionierung des bereits zu Zeiten der Romanik entwickelten Kreuzrippengewölbes. Hierbei wird nicht mehr wie etwa beim Tonnengewölbe mit riesigen Quadern und dicken Mauern gearbeitet, sondern man spannte aus leichteren Steinen vier sich kreuzende Bögen und hängte dazwischen ebenfalls leichte Steine. Den Kreuzungspunkt markiert jeweils der sog. Schlussstein. Die Kräfte, die aus den Gewölben kommen, werden von den Gewölberippen über die Pfeilerdienste sichtbar nach unten abgeleitet. Optisch kann der Kräfteverlauf verfolgt werden, man könnte sagen, das Bauwerk fließt. Wie bei gotischen Kathedralen üblich, werden die Maße dem optischen Eindruck untergeordnet, nicht wie bei einer romanischen Kirche, wo die Maße unter allem Umständen eingehalten werden, auch wenn ein ästhetisches Ungleichgewicht entsteht. Dies erfüllt die Erwartung des Betrachters von einer Kathedrale als Sinnbild für die Vollkommenheit des Himmels. Ein Ideal, dem der gotische Baumeister verbindliche Maßeinheiten unterordnet.

   

 

Fenster des Doms

Obwohl im Dom genau soviel Glas- wie Fußbodenfläche (dies entspricht 43,86 m² Glas pro laufenden Meter Kirche) vorhanden ist, erscheint das Innere des Doms eher dunkel. Das liegt daran, dass das farbige Glas das von außen kommende Licht filtert und nur zu 5-10 % durchlässt. Die zahlreichen Fenster im Dom waren ursprünglich auch nicht als Lichtöffnungen gedacht, sondern stellen durchleuchtete Wände dar. Voraussetzung für die großflächigen Glasfenster gotischer Kathedralen ist auch hier die Kreuzrippenbauweise. Diese ermöglicht ein höheres Bauen da die Kreuzrippe den Druck des Gewölbes in die Säulen ableitet. Dadurch kann Mauerwerk entfernt und durch Glas ersetzt werden, ohne dass es zum Einsturz des Gebäudes kommt. Die verwendeten Farben der Glasmalereien schimmern wie die Edelsteine und die dargestellten Bilder führen den Betrachter durch die sakrale Bibelwelt sowie das Leben der Heiligen.

 

 

"Geburt Christi Fenster" oberer Teil
Im rechten Abschnitt sieht man das Christuskind zwischen Maria und Josef, im linken Abschnitt Mose vor dem brennenden Dornbusch.

"Geburt Christi Fenster" unterer Teil
Der untere Abschnitt zeigt Agrippa als Stadtgründer sowie Marsilius, den sagenhaften Held der Kölner Frühzeit - dazwischen die Kölner Stadtwappen. Im oberen Abschnitt sehen wir die Stadtpatrone Kölns, die Heiligen Georg, Mauritius, Gereon und Albinus.
Dieses Fenster wurde im Jahre 1507 vom Rat der Stadt Köln gestiftet.

********************************************************

Ausschnitt "Anbetungsfenster"

Dargestellt ist die Anbetung der Hirten und der Heiligen Drei Könige.
Gestiftet wurde dieses Fenster von König Ludwig I. 1846, eingesetzt wurde es im Jahre 1848 zur Feier des Domjubiläums. Das Fenster gehört zum Zyklus der 'Bayernfenster', die in ihrer Art der von Ölgemälden gleichen.

********************************************************

"Beweinungsfenster" oberer Teil
Dargestellt ist im Hauptbild die Beweinung des toten Christus, der im Schoße seiner Mutter ruht. Darüber sehen wir das letzte Abendmahl Christi mit seinen Jüngern, links und rechts davon in den kleineren Bildern die Begegnungen des auferstandenen Christus mit Maria Magdalena und dem Apostel Thomas.
Das bayerische Wappen sowie die Inschrift des Stifters König Ludwig I. sind in den oberen Ecken des Hauptbildes eingefügt. 

"Beweinungsfenster" unterer Teil
Hier sehen wir die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas und Johannes.
Eingesetzt wurde das Fenster zum Domjubiläum im Jahre 1848.

*********************************************************

 

 

weiter --->

 

 

Seite noch in Bearbeitung...